bookmark_borderKönig Friedrich Wilhelm I. in Preußen: ein Monarch mit vielen Gesichtern

Vortrag und Buchvorstellung: Prof. Dr. Frank Göse (Potsdam).

Friedrich Wilhelm I. (1688–1740), Wegbereiter für Preußens Vormachtstellung, war bereits zu Lebzeiten eine höchst kontroverse Herrscherfigur. Anders als sein Sohn Friedrich der Große, oder sein Großvater, der »Große Kurfürst«, nach dem er benannt ist, wurde er von Anfang an ambivalent beurteilt. Als Vater trat er despotisch auf und beschwor innerhalb der Familie schlimme Zerwürfnisse herauf. Als Herrscher ordnete er seinen »lieben blauen Kindern«, den Soldaten seines Königsregiments, alles unter. Mit cholerischen Charakterzügen, Geiz und Misstrauen ausgestattet weckte er beim Adel Ablehnung. Gleichzeitig stellten seine umfassenden Reformen im Bereich Bildung, Finanzen und Militär die Weichen für den oft deklarierten »preußischen Sonderweg«. – Frank Göse, Spezialist für die frühneuzeitliche preußische Geschichte und Stellvertretender Vorsitzender der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V., hat die erste umfassende Biographie des Monarchen vorgelegt und beurteilt ihn entschieden aus seiner Zeit heraus. Er zeichnet die Rolle des Königs an der Entwicklung Preußens nach und würdigt seine Leistungen in der Finanz-, Wirtschafts- und Militärpolitik.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Covid19-Pandemie fanden im Juli und August 2020 keine Veranstaltungen der Landesgeschichtlichen Vereinigung statt.
Für die Exkursionen im September und Oktober 2020 gilt:

  • Anmeldung per E-Mail (bevorzugt) oder Telefon unbedingt erforderlich,
  • beschränkte Teilnehmerzahl von jeweils 20 Personen,
  • bitte beachten Sie die geltenden Abstandsregeln, gegebenenfalls ist ein Mund- und Nasenschutz zu tragen,
  • über eine eventuelle – auch kurzfristige – Absage aufgrund aktueller Entwicklungen informiert die Organisatorin/der Organisator der Exkursion.

Für die Vortragsveranstaltungen im Berlin-Saal gelten die jeweils aktuellen Teilnahmebedingungen der Zentral- und Landesbibliothek, siehe www.zlb.de/info oder Tel. (030) 90 22 64 01.

bookmark_border100 Jahre Groß-Berlin: Berlins vergessene Bürgermeister. Amtstätigkeit, Gräber und Erinnerungskultur

Vortrag von Dr. Benedikt Goebel (Berlin).

Von den drei Übervätern der letzten Jahrzehnte – Reuter, Brandt und von Weizsäcker – abgesehen sind die Berliner (Ober-)Bürgermeister allgemein wenig bekannt. An das Patriziat des Mittelalters erinnern nur Straßennamen, fast vier Jahrhunderte (und in Ostberlin) hatte Berlin zudem keine im Auftrag der Stadtgemeinde agierenden Bürgermeister. Nach Justus von Gruner, dem letzten vormodernen Bürgermeister, hatte die Stadt aber etliche Männer an ihrer Spitze, wie Hobrecht, von Forckenbeck, Kirschner, Wermuth, Böß oder Suhr, die nicht vergessen werden sollten und deren mehr oder weniger ausgeprägtes Nachleben im Stadtraum zu vergegenwärtigen sich lohnt: Manchmal ist es nur eine Straße in einem Industriegebiet oder eine Kleingartenanlage. Die Gräber der Herren sind nicht nur über die Stadt, sondern über ganz Deutschland verteilt, vielfach schon abgeräumt und nur in Ausnahmefällen gelten sie als Ehrengräber – aber selbst diese posthume Ehre währt in der eiligen Stadt lediglich 20 Jahre.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Covid19-Pandemie fanden im Juli und August 2020 keine Veranstaltungen der Landesgeschichtlichen Vereinigung statt.
Für die Exkursionen im September und Oktober 2020 gilt:

  • Anmeldung per E-Mail (bevorzugt) oder Telefon unbedingt erforderlich,
  • beschränkte Teilnehmerzahl von jeweils 20 Personen,
  • bitte beachten Sie die geltenden Abstandsregeln, gegebenenfalls ist ein Mund- und Nasenschutz zu tragen,
  • über eine eventuelle – auch kurzfristige – Absage aufgrund aktueller Entwicklungen informiert die Organisatorin/der Organisator der Exkursion.

Für die Vortragsveranstaltungen im Berlin-Saal gelten die jeweils aktuellen Teilnahmebedingungen der Zentral- und Landesbibliothek, siehe www.zlb.de/info oder Tel. (030) 90 22 64 01.

bookmark_border100 Jahre Groß-Berlin: Die ehemaligen Dorfkirchen der neuen Metropole

Vortrag von Dr. Marcus Cante und Dirk Schumann M.A. (beide Berlin).

Am 1. Oktober 1920 trat das Gesetz zur Bildung Groß-Berlins in Kraft, mit dem 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke in die Stadt Berlin eingemeindet wurden. Bei vielen der Gemeinden handelte es sich um Dörfer des Berliner Umlands, die bereits im 13. Jahrhundert entstanden und über eine Dorfkirche aus dieser Zeit verfügten. Damit entsprechen eine ganze Reihe dieser hinzugewonnenen Berliner Kirchenbauten mittelalterlichen Typenbauten, die während des Landesausbaus oder im weiteren Verlauf des Mittelalters errichtet und in der Neuzeit mehrfach umgebaut wurden. Viele dieser Kirchen weisen sorgfältig behauene Feldsteine auf. Doch wer errichtete diese Bauten und warum erhielten sie ihre heutige Gestalt? Geben die Kirchen Auskunft über die einstigen Dorfbewohner und ihren damaligen Glauben, auch wenn sie nun schon fast ein halbes Jahrtausend als protestantische Gotteshäuser dienten? Der Vortrag wird Antworten geben.